Porsche Arena in.Stuttgart
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Champions Trophy, 17.12.2011

Radball und Kunstradfahren der Weltklasse - am Samstag 17.12.2011 feiert die Hallenrad Champions Trophy in der Porsche-Arena in Stuttgart ihre Premiere.
 
 

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News - Presse-Infos vom 26.11.2010

WM extra / 26.11.2010

WM-Auftakt mit Golddekor

Die Hallenrad-Weltmeisterschaft begann wie aus dem Bilderbuch. Die erste Goldmedaille für den Gastgeber im 4er Frauen und eine Stimmung, für die das Stuttgarter Publikum die Höchstnote verdiente. Schon die Eröffnungsfeier am frühen Abend mit Pyrotechnik und Einrad-Darbietungen brachte die Fans in Form: dann hatten die Athleten aus 21 Nationen das Sagen… „Und das war ein Auftakt nach Maß“, strahlte BDR Vizepräsident Harry Bodmer.

Eine gewisse Nervosität im Vorkampf, doch dann zündete das Quartett vom RV Steinhöring im Finale ein Feuerwerk, das mit der Weltrekordpunktzahl 191,74 belohnt wurde. Gleich beim ersten WM Auftritt der Titel - das harmonische Team von Trainerin Irmtraud Wirth will auf jeden Fall zusammen bleiben. Katharina Gülich: die Teamführerin gibt die Kommandos, besticht durch Ausgeglichenheit und Ruhe, besucht das Gymnasium. Sonja Mauermeier: Arzthelferin, ist die Kraftvolle, Ruth- Maria Weiand steckt voller Emotionen und hat die weiteste Anfahrt zum Training. Ramona Strassner vertauscht die Arzt-Praxis gerne mit dem Parkett und entpuppt sich dann als Wirbelwind. Nach der Siegerehrung absolvierten die vier Glücklichen ihre Ehrenrunde auf den starken Schultern der männlichen Kollegen Blab, Schnabel, Rauch und Florian Blümmel – und tanzten bei La Ola fast, bis das Licht erlosch.

Weiteres Highlight: der Auftaktsieg des Gärtringer Radball-Duos Berner/König. 7:3 gegen Angstgegner Belgien, nachdem Rivale Schweiz gegen Frankreich (3:1) vorgelegt hatte. Die Porsche-Arena glich einem Tollhaus, „Deutschland“-Sprechchöre, Trommelfestival, ohrenbetäubender Lärm. Matze fasste seine Eindrücke druckreif zusammen: „Mir standen die Nackenhaare bis zum Kopf. Das war Gänsehaut pur, ein Schauer jagte den anderen. Aber bei aller Nervosität sind wir ruhig geblieben.“ Steigerung möglich? Wahrscheinlich schon am zweiten Wettkampftag im Hexenkessel am Neckar.

Am Samstag geht es für Rauch/Egert und die Brüder Blümmel um die Medaillen in der offenen Klasse. Weitere deutsche Erfolge sind auch in der Kategorie 2er Frauen mit Schultheis/Sprinkmeier und Soika/Wurster in Fokus.

Crazy Canada

Zwei Kanadier gehörten zu den ersten Siegern der Hallenrad-WM. Obgleich, „sorry“ Francis Godbois und Yohann Trepanier, der Sport im Land der Ahornblätter ein Mauerblümchendasein fristet. Aber, typisch nordamerikanisch: die Story imponiert. Durch den Verkauf von T-Shirts finanzierten sich die beiden Québecois die teure Reise, auch in der Porsche-Arena finden die Hemden reißenden Absatz. Auf dem Parkett lief es nicht ganz so gut: Francis erhielt die Rote Laterne im 1er Kunstfahren. „Doesn‘t matter“, hauptsache dabei zu sein. Und sein Finale: das Rad auf dem Kinn balancierend, begeisterte die Fans. Artistische Einlagen und außergewöhnliches Schuhwerk waren weitere Farbtupfer. Kein Wunder: Yohann (22), etwas höher bewertet, und sein Landsmann sind im „richtigen Leben“ Studenten der Zirkusartistik.

Aber beileibe keine „Clowns“. Sie werden von ehemaligen Kunstradfahrern (in den 80er Jahren) gecoacht und absolvierten in der Woche vor der WM-Eröffnung beim RV Gärtringen noch ein Intensivtraining. Jetzt vertraten sie erstmals nach zehn Jahren wieder ihr Heimatland bei den Welt-Titelkämpfen. Der plötzliche Wintereinbruch erinnert an Winter in Kanada. „Fast wie in Québec“, strahlte Francis – und verkaufte einem Girl-Duo zwei Trikots zum Sonderpreis. Zwei Fans mehr für die Crazy Canadians.


Hymne für Hein?

„Plötzlich war der Schmerz da, im Rücken“, berichtet Corinna Hein, die in Stuttgart antritt, um ihren Titel im Einer der Frauen zu verteidigen. Entsprechend fielen die letzten Trainings-Einheiten aus. „Doch ich wurde gut behandelt und versorgt“, gibt sich die 27-Jährige kämpferisch. Nichts anderes als die WM-Goldmedaille in der Porsche-Arena bleibt ihr Ziel. „Ja, ich bin es gewohnt als Letzte anzutreten, kenne die Favoritenrolle.“ Bange machen gilt nicht.

Denn Corinna Hein, in Achern/Mittelbaden geboren, lässt sich selten auf ein Risiko ein. „Ich achte eher auf Sicherheit, schon seit der Schülerklasse.“ Fehler unterlaufen ihr höchst selten, ihre Auftritte sind meist vollendet. „Jetzt freue ich mich einfach auf das Publikum. Man registriert zwischendurch auch sehr wohl, wenn Applaus aufbrandet. Das empfinde ich nicht als Störung.“ Kunstradfahren sei keineswegs die schiere „Hier-kann-man-eine-Stecknadel-fallen-hören-Sportart“. Die Fans in Stuttgart hatten sich schon bei den ersten Präsentationen elektrisieren lassen. Das Stimmungs-Barometer steigt stündlich.

„Es wäre schön, wenn durch die Übertragungen und die Medienberichte mehr Leute Gefallen an unserer Sportart finden würden - vielleicht German Masters oder die Deutsche Meisterschaft mehr in den Fokus rücken“, hofft Corinna Hein auf eine gewisse Nachhaltigkeit. Davon würde sie auch gerne selbst profitieren, das Karriere-Ende ist derzeit kein Thema. Die Titelkämpfe 2011 in Japan, 2012 in Deutschland und 2013 in der Schweiz sind ihre nächsten großen Ziele.

Alles „nebenher“, versteht sich. Mitte nächsten Jahres will sie ihr Promotion abschließen, anschließend in Industrie oder Forschung tätig werden. Die Wissenschaftlerin bringt nicht nur „Wissbegier und Zielstrebigkeit“ als Referenzen mit, sondern zum Beispiel sechs Fremdsprachen. Spanisch parliert sie wie selbstverständlich, hilfreich für den geplanten Weihnachtsurlaub auf Kuba. Freund Jens fand die Idee, mit Tourenrädern und Zelt die Insel zu erkunden, bärig. Auf diese Weise hatte man schon vor vier Jahren eine viermonatige Weltreise unternommen, mit Tagestouren bis 190 Kilometer.

Aber die Porsche-Arena war Neuland für die 27-Jährige. Ein Konzert würde ihr durchaus behagen, warum nicht auch mit Simply Red (die am Freitag zeitgleich in der Hanns-Martin-Schleyerhalle gastierten)? „Musikalisch bin ich offen für alles“, nur nicht so sehr für die Volksmusik-Richtung der Eltern. Wie wär’s mit der Nationalhymne nach dem letzten Vortrag am Sonntag, Frau Hein?


Presse-Info / 26.11.2010

Schnabel und Blab: Podium-Koryphäen

David Schnabel denkt in der Regel an alles. Also informiert seine Homepage die „Daheimgebliebenen“, wann sie den Fernseher einschalten müssen, um brandaktuelle News von der Hallenrad-WM in Stuttgart zu erfahren. Via SWR und ZDF. Dann möchte der 26-Jährige seinen nächsten Titel einfahren, Nummer 5 in einer stolzen Sammlung. Einer hat etwas dagegen und kommt ausgerechnet aus dem eigenen Lager. Florian Blab war, zum Beispiel bei den German Masters in Mainz, hauchdünn dran am Maestro. Er ging volles Risiko – und es hätte fast gereicht. Das Duell der beiden Ausnahmekönner wird zu den Highlights gehören: Kunstradsport auf allerhöchstem Niveau, mit Schwierigkeiten in Perfektion ausgeführt.

Schnabel gilt als Meister der Selbstkontrolle. „Schwächeln“ tun meist andere. Er markiert Punkte-Weltrekorde, zeigt keine Nerven. „Nur aufpassen mit dem Durchzug muss man hier“, sagt der Mainfranke und zieht den dicken Schal fester. David hat vieles im Griff. Er arbeitet in Würzburg in der Logistik-Abteilung einer Spedition. Die Kollegen würden es nicht merken, dass er „nebenher“ professionell trainiert und arbeitet. Zeit-Management ist sein oberstes Gebot. Deshalb heißt es vor dem ersten Wettkampf in der Porsche-Arena ab 7.30 Uhr nochmals die Übung zu checken. Die dauert fünf Minuten, David Schnabel startet mit dem höchsten Eingangswert (206,80 Punkte), meist handelt er sich nur wenige Abzüge ein.

Blab reicht 205,20 Zähler ein. Der 24-Jährige vom Bodensee liebt das Risiko. „Anders kann man nichts erben. Ein niedriger Wert bringt mir nichts. Alles ausreizen“, lautet sein Dogma. Zum Beispiel beim 10-fachen Drehsprung, mit dem er sein Punktkonto noch erhöht. In Stuttgart peilt der Student der Sportwissenschaften mit Master-Ambitionen („im nächsten Frühjahr“) mehr als „nur“ WM-Silber wie bei den Titelkämpfen 2006, 2008 und 2009 an. Doch dafür muss die Übung optimal verlaufen – im Duell gegen den Perfektionisten David Schnabel.

Was so traumwandlerisch auf dem Spezial-Velo wirkt, aber kann selbst bei Koryphäen misslingen. Florian erinnert sich gut an eine Qualifikations-Übung im Bereich von 170 Punkten im ersten Halbjahr. „Das war damals mehr Bodenturnen…“, dreimal musste er damals vom Rad.

Dennoch: auch ein Fauxpas würde das deutsche Duo kaum vom Podium stürzen. „Durch das neue Reglement ist der Abstand zur europäischen Konkurrenz eher noch gewachsen“, erkennt Blab. Dafür kommt – neue – Konkurrenz aus dem Fernen Osten. 2009 ging die Bronzemedaille nach Hongkong, jetzt könnte ein Sportler aus Macao für Spannung sorgen.

Egal, wer den Titel holt. David und Florian wollen den Ritt auf der messerscharfen Klinge zwischen Ausbildung und Beruf resp. Sport fortsetzen. „Denn die WM in Stuttgart“, so beide unisono, könnte (endlich) mehr Fokus „auf uns“ richten. Weil auch „Daheimgebliebene“ diesmal via TV bedient werden – da sowieso nur noch wenige Restkarten für die WM-Tage erhältlich sind.


Presse-Info / 26.11.2010

World Games im Visier

Die Hallenrad-WM begann für einige Teilnehmer mit einem Klima-Schock. Das Team aus Malaysia, in einer Jugendherberge untergebracht, musste erst den Schnee vom Team-Fahrzeug schieben. Auch über Denkendorf, wo die Ukrainer untergebracht sind, hatte sich über Nacht eine weiße Schicht gelegt. Winter im Schwabenland, aber wohlige Wärme in der Porsche-Arena schon zu Beginn der Wettkämpfe. Punkt 9:04 Uhr erzielte Japan im ersten Radball-Match das Premieren-Tor, die Weltmeisterschaft ist lanciert. Nach 2 x 7 Minuten gewann Nippon, mit einer stattlichen Delegation in Stuttgart vertreten, mit 8:1.

Eine gute Nachricht überbrachte BDR-Vizepräsident Harry Bodmer. In Zusammenarbeit mit der UCI bemüht man sich um Aufnahme zu den World Games, den Weltspielen der nichtolympischen Sportarten. „Die Gespräche laufen. Das Ziel ist es, 2013 als Einladungs-Disziplin dabei zu sein“, so Bodmer im Gespräch mit dem Gäuboten (Herrenberg).

In WM in Stuttgart könnte zum „Türöffner“ dieser Bestrebungen werden - und das gesamte Image von Kunstradsport und Radball puschen. Eine volle Porsche-Arena, begeisternde Stimmung als Argumente für die Zukunft. Ein Wink für die weitere Globalisierung ist auch die Vergabe der nächsten WM nach Japan. 2012 aber kehren die Titelkämpfe nach Deutschland zurück: Aschaffenburg wird dann zum Heimspiel für den viermaligen Einer-Weltmeister David Schnabel. 2013 ist Basel und Gastgeber. Dann hofft Beat Hubli, Reporter für die Schweizer Sportinformation, auf eidgenössische Siege. In der Porsche-Arena feiert der Hallenrad-Experte seine 20. WM als Journalist. Insgesamt berichten über 60 Medien-Vertreter über die Weltmeisterschaft – die um 19 Uhr offiziell eröffnet wird. Durch Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster, Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) und Fritz Ramseier, Vorstandsmitglied der UCI. 150 Aktive aus 21 Nationen nehmen am Indoor-Event teil.