Porsche Arena in.Stuttgart
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Champions Trophy, 17.12.2011

Radball und Kunstradfahren der Weltklasse - am Samstag 17.12.2011 feiert die Hallenrad Champions Trophy in der Porsche-Arena in Stuttgart ihre Premiere.
 
 

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News Oktober 2010

Presse-Info / 26.10.2010

Kleine Schritte zum großen Ziel

„Die Last der kleinen Schritte auf dem Weg zur WM, zeigt, wie wichtig den Athleten Stuttgart ist“, sagte BDR-Vizepräsident Harry Bodmer. „Wir müssen uns aber auch noch steigern“, ergänzte Dieter Maute nach den deutschen Titelvergaben in Hamburg – dem letzten Qualifikationsstress vor der Gala in der Porsche-Arena Ende November. Und selbst, wenn Nervosität und schwierige Bedingungen manche Leistungen beeinträchtigten, bewies der Stuttgart-Countdown einmal mehr, welche Stimmung die Hallenrad-Klientel fabriziert. Der Gassenhauer „Reiß die Hütte ab“ war zum Ende keineswegs auf die Hamburger Sporthalle gemünzt, sondern sollte Partylaune erzeugen. Und von der Sektdusche gekürter Indoor-Biker können selbst Formel 1-Spritzer lernen. Da bleibt gar kein Auge trocken.

Wie an der Elbe, so am Neckar, wo nach den sportlichen Darbietungen (dann in der Schleyer-Halle) das Volksfest der Hallenradler steigt. Aber zuerst kommt der Kampf um die Medaillen. In der „Diaspora“ Harburg, ohne eigene Abteilung oder Athleten, blieb an der Kerschensteinerstraße kein Platz frei. Von wegen hanseatisches Understatement, es regierte vielmehr fast karnevalistisches Spektakel à la „Wolle mer se reilasse…?“ Aber bitte! Und zwar ins deutsche WM-Team. Erst bangten die souveränen Radball-Vizeweltmeister Berner/König, dann lösten sie mit der Bronzemedaille ihr WM-Ticket. Bei der Entscheidung 1er Frauen entsprechen Gold- und Silber-Ränge, allerdings hauchdünn herausgefahren, den beiden zu vergebenen Plätzen. Corinna Hein („wer Weltmeister ist, will den Titel natürlich verteidigen“) und Marion Kleinschwärzer („ich dachte schon, alles ist vorbei, eine Welt brach zusammen. Umso unglaublicher war die Freude“) werden die schwarz-rot-goldenen Farben vertreten.

Die eine, Hein aus Mörfelden/Hessen, arbeitet nebenher an ihrer Doktorarbeit, ihre bayerische Kollegin will nach der WM an einer Schule in Sansibar unterrichten. Aber das entspricht nur der Norm der Sattel-, Lenker- und Drehsprung-Koryphäen. Ohne Job (oder Ausbildung) keine Zukunft: der Sport ernährt seine Kinder in diesem Falle nicht.

Bei den Männern manifestierte Florian Blab souverän seinen zweiten Platz, doch der neue Titelträger David Schnabel scheint die magische 200-Punkte-Barriere zu überwinden, als seien (halsbrecherische) Übungsteile easy wie Purzelbäume. Wer will den viermaligen WM-Champion daran hindern, alle Fünfe im Schwabenland voll zu machen? In der Mixed-Wertung beim 2er Kunstfahren ein noch weitgehend neues Gesicht: die Blümmel-Brüder holten sich Titel und Startrecht. Und tollten nach der (unerwarteten) Siegerehrung. „Aber hallo, die Konkurrenz hatte uns vielleicht noch eingeheizt“, ihre erste Reaktion. Mit fünf Jahren schon setzte das Duo auf die Schiene Kunstradsport, ist nun seit 15 Jahren beisammen.

Übrigens, so „nebenher“ verkauft Florian Blümmel Baustoffe und Dachfassungen, Bruder Felix kann sich aufgrund der Ausbildung zum Lehrer nur einen minimalen WM-Unterbruch leisten.

Die Mutmaßung „Wer in Harburg reüssierte, schafft es in Stuttgart mit großer Wahrscheinlichkeit aufs Treppchen“, ist keine Geringschätzung der internationalen Konkurrenz aus gut 20 Ländern. Aber eine Tatsache aus der Erfahrung mit den bisher vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) prämierten Aktiven. Nicht unerwartet, dass sich einer wie Dieter Maute aus dem Chor der Zufriedenen gleich verabschiedet. „Wir müssen noch was schaffen“, sein (ziemlich schwäbisch anmutendes) Dogma. Es gelte, „den Spannungsbogen im Hinblick auf die WM neu aufzubauen.“ Kollege Jürgen King von der Cycle-Ball-Fraktion, lobte das hohe nationale Niveau, mit dem die Lokalmatadoren Uwe Berner/Matthias König (Gärtringen) zunächst ihre liebe Not bekundeten. Am Ende aber machten sie den Sack zu, beendeten die Arithmetik der Nominierungspunkte mit ein paar krachenden Hämmern unter die Querlatte. Hinterher halfen sie natürlich mit, „die Hütte einzureißen“. Gut, dass die Porsche-Arena auf so solidem Fundament steht.

WM-Team des BDR für Stuttgart

1er Kunstfahren Männer: David Schnabel (Soden), Florian Blab (Ailingen)
1er Kunstfahren Frauen: Corinna Hein (Mörfelden), Marion Kleinschwärzer (Burghausen)
2er Kunstfahren Frauen: Katrin Schultheis/Sandra Sprinkmeier (Mainz), Jasmin Soika/Katharina Wurster (Mergelstetten)
2er Kunstfahren Elite: Ann-Kathrin Egert/Stephan Rauch (Langenprozelten), Florian & Felix Blümmel (Langenselbold)
4er Kunstfahren Frauen: RSV Steinhöring
Radball: Matthias König/Uwe Berner (Gärtringen)